Kölnmarathon – editlounge Staffel

Ich könnte mich aufregen über diese Staffelläufer! Entweder läuft man einen Marathon oder nicht. Wenn man an der Startlinie eines solchen Events steht sollte man wenigstens den halben machen. Der Rest soll bitte zu den Kurzstrecken! Man quält sich über die volle Distanz und dann wird man nach 20, 30 oder gar 35 km von einem leichtfüßigen Sprinter einfach stehen gelassen. Das kann doch nicht sein! Aha, ist nur ein Staffelläufer kann man gerade noch auf der Startnummer erspähen. Glück gehabt. Trotzdem demotivierend. Sollen die doch wo anders laufen.

Das hier ist für richtige Läufer nicht für Jogger!

So oder so ähnlich schossen die Gedanken bisher durch den Kopf, wenn ich bei einem Marathon geLAUFEN bin.

Doch diesmal beim Kölnmarathon 2018 bin ich selbst als „Jogger“ oder sollte ich besser sagen Kurzstreckler an den Start gegangen und zwar mit dem Team editlounge. Frank, nobs, Felix und Ingo. In dieser Reihenfolge wollten wir den Asphalt unter uns glühen lassen. Ist uns besser gelungen als vorher angenommen. Keiner von uns hat auf dieses Event hin trainiert und trotzdem haben wir eine mehr als passable Leistung vollbracht.

Wir wurden mit einer Zeit von 3:15:01. 42ter in der Staffelwertung.

Es sind immerhin 980 Teams angetreten. Top 5%! Was will man mehr. Ich glaube ich setze mich nicht in die Nesseln wenn ich behaupte wir waren die Nummer 1 unter den Fernsehproduktionsfirmen. Da kann uns definitiv keiner ein Schnittchen reichen.

Auch wenn es mir bei jedem Überholmanöver etwas unangenehm war eine solche Startnummer zu tragen und relativ leichtfüßig an den Langstrecklern vorbei zu laufen, hat es doch auch auf eine Art Spaß gemacht. Wann hat man schonmal die Gelegenheit schneller zu sein als nahzu das komplette Umfeld. Auch der Teamgedanke war mal etwas anderes. Und so kann ich mir durchaus vorstellen das zu wiederholen.

Ich werde auch zukünftig versuchen die bösen Gedanken zu unterdrücken wenn ich mal wieder von einem Staffeljogger überholt werde. Er will ja schließlich auch nur seinen Spaß. Und wenn es glücklich macht, hat es seinen Zweck erfüllt. In diesem Sinne wünsche ich weiterhin viel Spaß an der Bewegung!

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Run 50 again / Rheinhöhenlauf

Ich bin Wiederholungstäter. Und womit? Mit Recht!

Der Run 50 ist ein besonderer Lauf.

Ich denke das sehen alle 188 Starter genau so wie ich. Das liegt nicht nur an der freundlichen familiären Atmosphäre mit tollen Begegnungen sondern auch schlicht an der Tatsache, dass es nicht ein Lauf ist sondern drei. Am Freitag stehen 14, am Samstag 21 und am Sonntag 15 Kilometer an. Allesamt durch die wunderbare Natur zwischen Siebengebirge und Westerwald. Es geht hoch und runter. 1000 Höhenmeter durch den Wald. Dieses Jahr fällt der Lauf mitten in meine Vorbereitung zum Platinmann. Doch dieser wird leider abgesagt. So mache ich also den Run50 zu meinem Hauptlauf. Doch eigentlich ist die Vorbereitung dafür zu kurz. Der Plan: Ich versuche das Beste rauszuholen. Denke nicht, dass ich an mein für mich tolles Ergebnis aus dem Vorjahr rankomme. Ich bin damals mit 3:51:54 auf Platz 6 gelandet.

Am 21.9. stehe ich, ohne genau zu wissen wo ich fitnessmäßig stehe, an der Startlinie. Ich will es trotzdem riskieren mit der Pace aus dem Vorjahr die erste Etappe zu laufen. Einige bekannte Gesichter vom Vorjahr habe ich schon gesichtet. Unter anderem den Sieger und zwei meiner direkten Mitstreiter aus 2017.

In der schönen Altstadt von Linz am Rhein verpasse ich den Start.

Meine GPS Uhr ist noch nicht soweit. Hier habe ich also die 31 Sekunden verloren, die mir am Ende für etwas ganz Besonderes gefehlt haben 😉

Oder doch an der Treppe, die es am Stadtausgang hochgeht. Hier muss ich kurz anhalten um meine Kompressionssocken hoch zu ziehen. Vorher vergessen. Was ist nur los? Kann nur besser werden. Aber es läuft gut, ich bin in der Spitzengruppe dabei. Habe bis einschließlich Platz 1 alle im Blick. Das macht Spaß auch wenn ich nah an meinem Limit laufe. Lange Zeit bin ich relativ einsam auf Platz 4 unterwegs. Die ersten 3 haben sich etwas abgesetzt. Ich kann aber gegen Ende wieder etwas aufholen, jedenfalls auf Platz 3. Doch dann kommt ein junger großer Läufer an mir vorbei geflogen. Was geht denn jetzt? Er scheint sich die Strecke wirklich gut eingeteilt zu haben. Scheinbar ist er einfach stärker als ich. Ich muss ihn ohne große Gegenwehr ziehen lassen. Er ist einfach zu schnell. So komme ich sehr glücklich als Fünfter ins Ziel und das sogar über eine Minute schneller als im Vorjahr, noch dazu mit geringerem Durchschnittspuls. Ich sollte also auf der langen Etappe angreifen, beschließe ich auf der Heimfahrt. Wenn ich hier was reißen will, dann muss ich beim Halbmarathon alles geben. Das Treppchen war noch nie so nah wie hier und jetzt. Zu Hause angekommen versuche ich bestmöglich zu regenerieren und ich freue mich jetzt schon riesig auf die nächste Etappe. Anders als im Vorjahr, als man den Halbmarathon (Rheinhöhenlauf) noch einzeln buchen konnte, ist es diesmal ein 5 Runden Kurs. Noch ahne ich nicht, dass mir das an diesem Samstag sehr entgegen kommen wird.

22.9.2018, ich spüre meine Beine vom Vortag. Aber ich gehe davon aus, das wird den anderen ähnlich ergehen. Nicht daran denken und Zeit gut machen.

Ich will auf’s Treppchen!

Ich bin fokussiert und versuche zu taktieren. Doch das fällt schwer, wenn man so nah am Limit laufen muss. Ich hänge mich an den viert platzierten vom Vortag und hoffe gegen Ende noch mal angreifen zu können. In der fünften und letzten Runde fasse ich mir ein Herz und hau alles raus.

In den 4 Runden vorher konnte ich feststellen an welchen Punkten der Strecke meine Stärken und die Schwächen der vor mir Laufenden liegen. Es sind die Downhills, wo ich Zeit gut mache, also will ich genau da noch mehr auf die Tube drücken. Das gelingt mir gut. Den direkt vor mir liegenden überhole ich direkt am Anfang der Runde an der Verpflegungsstation. Dann der erste Downhill. Ich bin dran an Platz 3.

Am zweiten Downhill kann ich vorbei gehen. Das lasse ich mir nicht mehr nehmen. Kurzzeitig bin ich sogar auf Position 2. Diese Platzierung muss ich allerdings kurz darauf wieder aufgeben. Ich reiße eine Lücke zwischen mir und Platz 4. Er scheint das Tempo nicht mitgehen zu können. Der Plan ist aufgegangen. Ich laufe das erste Mal in meinem Leben als Dritter über die Ziellinie. Was für ein Gefühl! Hammer!

In der Gesamtwertung liege ich jetzt auf Platz 4.

Es sind 35 Sekunden zu Platz 3. Nach hinten habe ich 28 Sekunden Puffer. Zwischen Platz 3 und einschließlich 6 liegen nur 80 Sekunden. Da ist noch nichts entschieden. Die letzte Etappe wird ein Kampf um Platz 3. Platz 1 und 2 scheinen vergeben.

Sonntag, 23.9.2018, es ist ein nasser kühler Herbstmorgen. Doch pünktlich zum Start hört es auf zu regnen. Ich bin etwas nervös und meine Beine miauen. Muskelkater! Egal. Nur noch 15 Kilometer und noch habe ich die Chance auf mein erstes Treppchen. Es geht los. Die ersten sechs inklusive mir geben richtig Gas. Wir rennen los wie junge Wildpferde. Es fällt mir schwer das Tempo mit zu gehen. Platz 1 (Andreas Mertesacker), 2 (Andre Weber) und 6 (Christian Diederich) drücken dermaßen auf die Tube, dass ich sie ziehen lasse. Insgeheim hoffe ich, dass sich Christian übernimmt. Sollte er das durchhalten hat er das Treppchen verdient. Dann hat er sich die 3 Tage wohl einfach besser eingeteilt. Ich laufe Seite an Seite mit Platz 3 (Michal Zajac) in der Gesamtwertung. Michal, Platz 5 (Peter Budek) und Christian gilt es zu schlagen. Christian übernimmt jetzt sogar die Führung. Er hat sich wohl einiges vorgenommen. Ich behalte das alles glücklicherweise im Blick. Noch sehe ich es gelassen.

Am Ende kackt die Ente!

Wir versuchen soweit dran zu bleiben, dass der Abstand nicht zu groß wird. Doch wir sind dann doch knapp 1 Minute dahinter. Damit wäre für uns beide (bisher Platz 3 und 4) das Treppchen weg. Peter läuft jetzt auch an unsrer Seite. Er war bis Kilometer 6 auch leicht vor uns. Es ist eine Mischung aus Verfolgergruppe und Dreikampf. Man merkt es geht für jeden von uns um Platz 3. Ab der Hälfte der Strecke geht es hauptsächlich bergab. Das sollte eigentlich meine Stärke sein, doch hier noch 35 Sekunden rauszuholen ist fast unmöglich, wenn man leistungsmäßig so nah beieinander liegt. Ich versuche mich zweimal von den beiden abzusetzen, schaffe es aber nicht. Also spreche ich kurz mit Michal und wir beschließen den Abstand zu Christian zusammen zu verkürzen, da wir unsere Gesamtplatzierungen (3 und 4) ansonsten verlieren würden. Christian ist mittlerweile auf Platz 3 zurückgefallen. Wir kommen näher. Das motiviert und wir bleiben konstant auf Vollgas. Peter will sich jetzt von uns absetzen, er kann tatsächlich noch eine kleine Schippe drauflegen. Glaubt er tatsächlich noch ans Treppchen? Mein Abstand zu ihm war vor dem Lauf 28 Sekunden. Michal hat sogar 59 Sekunden Vorsprung auf ihn. Das sollten wir beide verteidigen können. So ist es auch. Wir sind in Linz angekommen und haben auf Christian fast aufgeschlossen. Ich laufe als vierter über die Ziellinie und kann so auch als gesamt Vierter (Altersklassengewinner M35) den Run50 abschließen.

Was für ein Lauf! Es war ein Kampf um die Platzierungen bis zum Schluss. Einfach geil!

Sorry, aber das musste jetzt mal raus. Ich bin mehr als zufrieden auch wenn ich mit meiner Gesamtzeit von 3:47:02 knapp das Treppchen verpasst habe. Mir haben am Ende 31 Sekunden gefehlt.

Fast 6 Minuten vor mir gewinnt wie in den beiden Jahren vorher Andreas Mertesacker. Herzlichen Glückwunsch! Ebenso gratuliere ich Andre und Michal zum Treppchen.

Ihr habt es verient. Aber nächstes Jahr greife ich wieder an. Soviel steht fest. Verabredet haben wir uns ja schon. Es war ein sensationelles Rennen. Gratulation auch an alle diesjährigen Run50 Finisher und vielen Dank an alle Helfer und Organisatoren.

Ihr seid der Hammer! Ich freue mich jetzt schon wieder auf nächstes Jahr…

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nobs podbuch – episode 9

Download: nobs – podbuch – episode 9

Shownotes:

Chima – Ausflug ins Blaue

Hoka One One

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tiggedi test – odlo bl top zeroweight

Ich bekomme für dieses Video übrigens kein Honorar vom Hersteller.

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nobs podbuch – episode 8

Download: nobs – podbuch – episode 8

Shownotes:

Tim Vandol – The Hardway

Hoka One One

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tiggedi test – topo athletic – mt-2

Diesmal hat’s geklappt! Nachdem ich bei meiner ersten Produktion dieses Tiggedi Tests leider alle Daten versehentlich gelöscht habe. Naja, so konnte ich noch ein paar Erfahrungen mehr mit dem Schuh sammeln. Auf sämtlichen Untergründen und Distanzen getestet. Hier das Ergebnis…

Ich bekomme für dieses Video übrigens kein Honorar vom Hersteller.

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MTUT – Maintal Ultratrail

Samstag, der 14.7.2018, um 7 Uhr Ortszeit stehe ich tatsächlich an der Startlinie einer deutschen Meisterschaft im Ultratrail. 64,5 km mit 1740 Höhenmetern stehen mir bevor. Ich fühle mich gut, bin komischerweise kaum aufgeregt. Ich spüre einfach nur Vorfreude. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich echt gut vorbereitet fühle. Nach meinem Home2Home mit 204 km in 3 Tagen als Grundlage habe ich noch einige Longruns auf der Platinman Strecke (30 – 37km mit 850 HM) in direkter Vorbereitung absolviert. Also alles entspannt und es herrscht eine lockere Atmosphäre.

Vom Chef Organisator gibt es ein kurzes Briefing und der Präsident des DUV hält auch noch eine kurze Ansprache. Viele hochkarätige Anwärter auf den Meistertitel stehen mit mir im gleichen Startbereich. Moritz auf der Heide, Janosch Kowalczyk (Ultratrail WM 10ter), Alexander Dautel (aktueller 100km Deutscher Meister), Frank Merrbach (aktueller 50km Deutscher Meister) um nur einige zu nennen. In der weiblichen Konkurrenz sieht es nicht anders aus. Und dann ist es soweit. Über 300 verrückte Ultraläufer stürmen die Trails bei Veitshöchheim.

Nach den ersten 2 km schweift mein Blick von Läufer zu Läufer und ich überlege wer von denen wohl in etwa in meinem Tempo laufen wird und ob sich daraus wohl kleine Grüppchen bilden könnten. Kurz darauf, als sich das Feld etwas auseinanderzieht, passiert genau das. Es hat sich eine kleine 3er Gruppe gebildet. Wir laufen Ferse an Ferse. Das ist Racing! Das macht Launa. Bei den Downhills habe ich immer wieder das Gefühl etwas schneller zu können. Da die Durchschnittspace aber leicht schneller ist, als das was ich mir vorgenommen habe entscheide ich mich dazu keinen Angriff zu wagen und in der Gruppe zu bleiben. Ich lasse in den flachen Passagen die Lücke immer etwas größer werden um in den Downhills diese wieder zu schließen. Dann zieht einer der beiden doch noch etwas an. Wir lassen ihn ziehen. Das ist gut so. Ich bin sowieso etwas zu schnell. Den anderen der beiden lasse ich beim nächsten Downhill dann doch hinter mir. Erst mal wieder Solokämpfer. Ich schließe aber kurz darauf auf einen weiteren Läufer auf. Ein Grund mein Tempo neu zu überdenken. Ich versuche die Pace etwas runter zu schrauben. 5:45 min/km sollte reichen. An der Verpflegungsstation brauche ich etwas. Ich verliere ein paar Plätze. Das geht mir übrigens an jeder Station so. Aber die Zeit will ich mir auch gönnen. So treffe ich immer wieder die gleichen Mitstreiter. An den Stationen überholen sie mich und auf der Strecke sammel ich sie wieder ein. Eine Art Mini-Lauf-Ziehharmonika.

Bei Kilometer 28 habe ich mein erstes Tief. Ich bekomme Knieschmerzen im linken Bein.

Doch ich habe dazu gelernt. Ich bleibe erstaunlich ruhig. Wechsel vom Laufschritt kurz in’s Gehen. Atme ein paar mal bewusst tief durch und versuche mich zu fokusieren und positive Gedanken durch meinen Kopf zu jagen. Ich laufe wieder los. Der Schmerz bleibt vorerst. Ich entschließe mich an einer Bank in den Weinbergen eine kurze Pause einzulegen und mich um mein Knie zu kümmern. Es ist nicht das Gelenk, es ist eine Überlastung der Sehne, vermutlich durch die schnellen Downhills. Ich stütze es mit einem Druckverband. Gedanken schießen durch den Kopf. Es sind noch 36 km. Das kann ich so niemals schaffen. Doch diese Gedanken schiebe ich erst mal beiseite. Wenn es nicht sein soll, soll es nicht sein. Ich wundere mich über mich selbst wie gelassen ich heute bin. Der Home2Home und der Namibia Wüstenultra tragen wohl langsam Früchte. In dieser Hinsicht habe ich mich tatsächlich geändert. Vorbeilaufende fragen mich ob ich Hilfe benötige. Kein einziger läuft einfach an mir vorbei. Das ist Trail. Jeder für jeden. Einfach toll! Ich gehe langsam weiter. Wechsel nach ca. 1 km wieder in den Laufschritt. Ich habe das Gefühl es geht wieder deutlich besser. Ich bleibe vorsichtig. Die bergab Passagen gehe ich jetzt anders an. Langsamer, und ich versuche mit dem anderen Bein zu entlasten. Das kostet Zeit aber schont doch merklich das ledierte Knie. Ein paar Kilometer später geht es los mit den ersten Krämpfen. Nicht schlimm. Immer nur leicht. Aber so, dass man stets damit rechnen muss, dass ein richtiger Krampf durchkommt. Ich lenke wieder die Gedanken auf das Positive. Heute habe ich null Probleme mit meinem Magen, wie bei anderen langen Läufen zuvor. Diese Strecke, sie ist einfach wunderschön. Ich darf bei den Deutschen Meisterschaften mitlaufen. Das alles ist so wundervoll! Ich kann zwar meine angepeilte Pace von 6:00 min/km nicht mehr halten aber die Zuversicht steigt, dass ich das hier zu Ende bringen kann. Die Knieschmerzen sind deutlich weniger geworden. Meine Energie allerdings auch. Ich werde zunehmend langsamer. Die letzten 15 Kilometer wechsel ich zwischen Laufen und Gehen. Das liegt aber auch an den schon wirklich fordernden Anstiegen mit teilweise 50% Steigung.

Nach 7 Stunden und 41 Minuten erreiche ich mit einem Lächeln im Gesicht die Ziellinie. Es ist Platz 119 geworden. 15ter in meiner Altersklasse.

Vanessa und Ronny, zwei sehr gute Freunde, nehmen mich in Empfang. Ronny ist den T30 (die 30 km Distanz) gelaufen. Ich schmeiße mich auf den Boden. Dort liege ich die nächsten 2 Stunden. Jetzt kommen sie doch noch die richtigen Krämpfe. Salztabletten habe ich eigentlich genug genommen. Ich schmeiße trotzdem noch welche nach. Als ich mich endlich aufraffe und mich auf eine Bierbank setze wird es mir ganz anders. Der Kreislauf spielt verrückt. Mir wird schlecht. Die aufmerksamen Johanniter haben das scheinbar bemerkt und holen mich ab. Ich soll mit ins Zelt kommen. Sie wollen meinen Blutdruck, den Blutzucker und den Sauerstoffgehalt im Blut messen. Ich fühle mich gut aufgehoben und bin dankbar es mir auf einer gemütlichen Liege bequem machen zu dürfen. Ronny und Vanessa sind ununterbrochen an meiner Seite und versorgen mich mit Getränken. Ihr seid toll!

Als es mir dann wieder besser geht, gönne ich mir eine Bratwurst und ruhe mich noch etwas aus. Was für ein Tag! 4:30 Uhr auf die Autobahn gut 7,5 Stunden laufen. 3,5 Stunden rumgammeln und um 18:30 Uhr wieder zurück auf die Autobahn. Schlafen, Laufen, Essen/Trinken, Schlafen. Was will man mehr?

Dem Veranstalter muss ich ein großes Lob aussprechen. Man merkt, dass beim Maintal Ultratrail viel Herzblut steckt. Super Streckenführung über größtenteils Singletrails mit tollen Ausblicken auf das Maintal. Üppige Verpflegungsstationen und eine durchweg freundliche Atmosphäre. Empfehlenswert.

Die Tage danach kann ich mich kaum bewegen und die Fehler, die ich bei diesem Lauf gemacht habe, werden mir immer bewusster. Ich bin es mal wieder etwas zu schnell angegangen. Wobei das wahrscheinlich nicht mal viel zu schnell war. Das Hauptproblem waren die Downhills, die ich einfach runtergebrettert bin. Das zerstört die Muskeln und geht auf die Gelenke. Das hat sich in der Mitte des Rennens schon gerächt. Daraus resultierten vermutlich auch die Krämpfe. Da bedingt das eine das andere. Man lernt einfach bei jedem Rennen dazu. Das nächste mal gehe ich wieder ein Stück rutinierter an den Start und begehe vielleicht einen Fehler weniger. Übrigens, etwa eine Stunde nach mir kam der älteste Teilnehmer ins Ziel. Er ist 79 Jahre alt. Hut ab! Sicherlich eine Ausnahme, aber dennoch gibt es mir Mut diesen Sport noch ein paar Jährchen ausüben zu können.

Bleibt mir noch den neuen deutschen Meistern im Ultratrail zu gratulieren:

Herzlichen Glückwunsch

Pia Winkelblech

und

Moritz Auf der Heide

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Fly Forest Fly

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Home 2 Home – Etappe 3

Statt den nächsten Bahnhof zu googlen suche ich mir eine Nummer vom nächsten Taxiunternehmen heraus. Ich lasse mich zurück zur Strecke bringen um wenigstens diese zusätzlichen Kilometer zu sparen. Der Renndirektor (ich selbst) hat mir dazu die Freigabe gegeben. Optimistisch geht es im Laufschritt nach einer netten Unterhaltung mit der Taxifahrerin weiter. In Usingen, dem Ort in dem ich eigentlich campen wollte, begegne ich einem älteren Mann, der hier seine tägliche 2 km Runde dreht. Ob ich in dem Alter mich Immer noch für das Laufen begeistern kann? Ich hoffe das meine Knochen das mitmachen. Es ist schön. Immer wieder komme ich mit Menschen ins Gespräch, die wissen wollen was ich mache. Ein Mountainbiker begleitet mich einige hundert Meter und erzählt mir von seinen Touren nach Holland. Er spricht mir Mut zu. Das tut gut. Ich habe heute wieder Spaß am Laufen. Es rollt. Das ist gut so denn die heutige Etappe umfasst 72 km und 2700 positive Höhenmeter. Die Gewitter in der Ferne sind meine persönlichen Samba Bands am Streckenrand, die mich nach vorne peitschen. Und jetzt heißt es wieder Wasser suchen. Mein Navi führt mich direkt zu einem REWE. Gute Planung ist einfach die halbe Miete. Doof nur dass wir Sonntag haben. Ich Vollpfosten! Zum Glück finde ich in dem Ort noch einen Kiosk. Es kann also gut gelaunt mit schweren Beinen weiter gehen. Auf dem Limes Erlebnispfad geht’s durch den Taunus.

Wer den Westerwald überlebt hat schafft auch dieses Mittelgebirge. Es ist wunderschön hier und an einem Aussichtspunkt, den ich „Klein Kanada“ nenne, mache ich Rast.

Rafael ruft an und motiviert mich für die letzten 50 km. Es wäre in diesem Moment gar nicht notwendig gewesen, denn ich fühle in dem Augenblick gerade nur Glück. Ich bin einfach froh das hier machen zu dürfen. Meine Blicke schweifen über die Baumkronen und einen tief unter mir liegenden See. Mich überkommt ein starkes Freiheitsgefühl. Das ist genau das was ich wollte. Ein paar Nüsse, Salztablette, ein Gel und 2-3 tiefe Schlücke Wasser später befinde ich mich wieder auf einem Singletrail, der sich durch die Natur schlängelt. Natürlich geht das nicht ewig so weiter. Auch heute übermannt mich irgendwann die Erschöpfung. Ich beschließe mich flach auf ein offenes Feld zu legen und ein halbes Stündchen die Augen zu schließen. Einmal Schuhe aus und einfach die Seele baumeln lassen.

Das wieder in die Schuhe reinzwängen ist nicht lustig mit meinen leicht geschwollenen und mit Blasen übersäten Füßen. Aber nach ein paar hundert Metern gewöhnt man sich wieder daran. So, und dann gehen die Getränke Vorräte wieder zu neige. Ich spreche Hunde Herrchen an, wo ich hier in der Gegend was kaufen könnte. Kein Kiosk, keine Tankstelle in der Nähe aber ein Döner. Eingeloggt und angepeilt. Und für mich außergewöhnlich auch direkt gefunden. Der Budenbesitzer hält einen Plausch mit mir. Er erzählt mir, dass es auf unserer Welt viele verrückte Menschen gibt. In seinem Heimatdorf in der Türkei wurden letztes Jahr 2 Touristen ermordet. Einfach so. Ich solle also auf mich aufpassen. Danke! Wo geht’s hier nochmal raus?! Passender Weise verdunkelt sich der Himmel. Es fängt an zu regnen. Hast du schonmal versucht einen Poncho über einen Rucksack mit angehängter Isomatte zu ziehen? Nach gefühlten 8 Versuchen gebe ich auf. Ich spreche eine Frau an und frage, ob sie mir das Präservativ überziehen kann. Sie tut es und ich bedanke mich artig. „I’m singing in the rain“ kommt mir in Vorfreude auf meine Familie über die Lippen. Überhaupt hilft es wenn man seinem Ziel näher ist. Ich bin mir jetzt sicher es heute zu schaffen auch wenn man immer demütig sein sollte. Wie sagte einst Christoph in der Namib Wüste zu mir. „Jeder Schritt kann der letzte sein.“

Jetzt geht es durch Hanau. Das erste Mal seit ungefähr 37 Stunden auf den Beinen ist mir die Gegend vertraut. Hier bin ich zur Schule gegangen. Hier habe ich meine ersten Konzerte gespielt und betrunken in den Bars getanzt. Knapp 20 Kilometer liegen jetzt noch vor mir. Der Regen wird stärker, ich bin komplett durchnässt. Der Poncho ist längst wieder abgestreift. Es ist einfach nicht das Selbe mit einem Überzieher. Ich will die Natur spüren, jede Facette. Das ist Leben. Das ist mit ein Grund warum ich das hier tue. Auf ein Mal geht alles ganz schnell. Ich bin in Alzenau im Wald. Der Ort etlicher Fahrradtouren und Cowboy und Indianer Spiele der Kindheit. Dann komme ich am Tennisclub vorbei, zu dem ich Jahre lang als Jugendlicher zum Training geradelt bin. Die Apfelwiese. Sie war schon Thema in meinem ersten Rapsong „Tagebuch“. Quasi mein verlängertes Wohnzimmer. Hier halte ich kurz inne. Ich lasse die letzten 3 Tage revue passieren. Aber ich denke auch noch ein Mal über das „Warum“ nach. Und ich bin mir in dem Moment sicher, dass es auch was mit dem Thema Verarbeitung zu tun hat. Mir kommen die Tränen als ich an meine Mam denke. Wie gerne wäre ich ihr jetzt in die Arme gerannt. Wie damals als kleiner Junge. Aber sie kann leider nicht hier sein. Sie ist seit Anfang des Jahres im Pflegeheim. Grundsätzliches schießt mir durch den Kopf. Ist ein zu Hause nicht da wo die Liebe ist? Und kann man davon nicht mehrere haben? Ich denke schon. Home2Home: Von zu Hause nach zu Hause. Es ist gar nicht wichtig, ob es von Hennef nach Alzenau ging. Es ist nur ein Symbol. Ich liebe meine Familien. Die eine Familie wurde von ihren Flügeln nach Hennef getragen, die andere hat ihre Wurzeln in Alzenau. Dazwischen liegen 204 km. Das kann zu Fuß sehr weit sein. Im Herzen ist es bloß ein Schlag. Und nicht nur das. Ich habe vor einigen Jahren noch eine dritte Familie dazu gewonnen. Meine Schwiegerfamilie. Und die stehen auch an der Ziellinie. Zusammen haben sie mir einen wundervollen Empfang bereitet. Dafür bin ich euch sehr dankbar. Die Kinder haben Banner gebastelt. Sie tröten und klatschen. Ich bin angekommen. Überglücklich und völlig am Ende.

Hier noch Mal der Film:

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Home 2 Home – Etappe 2

Tag 2. Es ist Samstag der 12.Mai 2018. Um 5 Uhr werde ich von den unglaublich lauten Vögeln geweckt. Ich bleibe noch ein bisschen liegen. Die Kälte kriecht in die Ritzen, alles ist feucht. Ich räume mein Gerümpel aus dem Zelt in der Hoffnung, dass die Klamotten und vor allem die Schuhe noch etwas trocknen. Dann lecker Müsli frühstücken, Zähne putzen und letzte Vorbereitungen treffen. Der Tag kann beginnen. Ich bin optimistisch. Deutlich weniger Kilometer, nämlich „nur“ 62 stehen auf dem Programm. Ich bin bereit. Zweite Etappe ich komme.

Und ich werde begrüßt mit einem wunderschönen Singletrail auf dem Wied Wanderweg. So kann ein Tag beginnen. Die Sonne lacht mich auch schon an. Ich könnte die Welt umarmen. Es klingt etwas kitschig aber ich bin eins mit meiner Umgebung. Das wird mein Tag! Nicht. Aber das weiß ich jetzt noch nicht. Also renne ich erst Mal fröhlich durch die Holzbachschlucht über grandios schöne Trampelpfade, überquere abenteuerlich einen Fluß um festzustellen, dass ich ein paar Meter weiter auch einfach die Brücke hätte nehmen können. Aber wieso einfach wenn es auch schwer geht?! Deshalb verlaufe ich mich auch kurz darauf einfach noch mal. Weil’s so schön ist.

Dann ein paar Video Aufnahmen. Meine Stimmung ist gut und die Beine wollen auch… Noch. Auf ein Mal. Schluss mit lustig. Immer und immer wieder muss ich mich durch Dickicht und hohe unebene Wiesen schlagen. Das kostet Kraft, viel Kraft. Nicht nur körperlich sondern auch mental. Ich komme kaum voran und wenn ich eine Passage überwunden habe wartet schon die nächste. Was ist da los? Warum? Ich habe niemandem was getan? Ich will doch einfach nur laufen. Ich bin am verzweifeln. Angeblich kommen Krisen und gehen Krisen. Das mit dem Kommen stimmt, aber gehen wollen sie heute nicht mehr. Die Leichtigkeit und Freude vom frühen Morgen ist dahin. Stattdessen stelle ich mir immer häufiger die Frage, was ich hier eigentlich tue. Das hilft nicht weiter. Ich versuche mich zu motivieren, aber es will einfach nicht gelingen. Zu regelmäßig die Rückschläge. Ich fange an laut zu schimpfen. Hin und wieder lache ich mich selber aus. Galgenhumor. Es ist wie wenn ich mich von außen beobachte. Man könnte auch sagen, ich stehe neben mir. Ich bin schon jetzt fix und fertig.

Zu diesem Zeitpunkt habe ich gerade mal 20 Kilometer hinter mich gebracht. Wie soll das nur enden? Inmitten einem Brennnessel Meer zum Beispiel durch das ich mich mit einem Stock, umfunktioniert zur Machete, schlagen muss. Oder vielleicht kurz darauf im Dornengebüsch in dem immer wieder mein Rucksack festhängt. Hier würde mich niemand finden. Mitten im Nirgendwo. Ich würde elendlich vor mich hin krepieren. Ok. Jetzt geht die Fantasie wieder mit mir durch. Ich kämpfe, ich fühle mich wie ein Held, der sich durch den Dschungel schlägt. Stets sein Ziel vor Augen. Wenn du den Westerwald überlebst kann dir niemand mehr was. Und soll ich euch was verraten? Ich habe ihn überlebt. Am späten Mittag bin ich in Merenberg angekommen. Ein schönes kleines Örtchen in dem ich eine Metzgerei aufsuche um mein Wasservorrat aufzufrischen. Das war bitter nötig. Mir wird noch eine gute Fahrt gewünscht. Als ich erwähne, dass ich zu Fuß unterwegs bin, ist die nette Dame etwas überrascht. Das sei ja noch schlimmer! Ich kann das in diesem Moment nicht wirklich überzeugend verneinen. Komisch, wo ich doch das Radfahren echt nicht mag. Die Burg, die ich hier eigentlich besichtigen wollte lasse ich zu meiner Schande einfach links liegen. Kurz darauf sind die 100 Kilometer geknackt und ich feier Bergfest meines Home2Home Laufs. Zu feiern ist mir aber heute gar nicht zu Mute. Im Gegenteil. Mir kommen die Tränen. Ich werde emotional. Das ist mir bereits in Namibia auf der langen Etappe passiert. Scheinbar gibt es da tatsächlich einen Punkt, wenn ich diesen überschreite schlägt das auf eine Gehirnwindung, die für Emotionen zuständig ist. Ich würde nicht sagen, dass ich im normalen Leben ein wenig emotionaler Mensch bin. Im Gegenteil. Aber normalerweise lasse ich mir das nicht anmerken. Ich zeige sehr selten wie es mir wirklich geht, vor allem wenn es mir mal nicht so gut geht. In dem Zustand aber, in dem ich mich jetzt befinde, platzt es aus mir raus. Ich denke an meine Mam, an meinen Dad. Wenn ich jetzt 1000 km laufen müsste um die Krankheit meiner Mam zu heilen, ich würde es tun. Leider ist das nicht möglich. Aber ich kann ihr nah sein, jeden schönen Moment mit ihr intensiv genießen. Diese Gedanken lassen die Probleme vor denen ich bei meinem Lauf stehe kleiner erscheinen und geben mir Mut das hier durchzuziehen. Mein Schritt wird wieder schneller und ich bin fokussiert. Dann stehe ich auf einer Aussichtsplattform. Zu meinen Füßen liegt Weilburg.

Ein wunderschönes Städtchen an der Lahn. Zwischen Felswänden führt eine Natursteintreppe hinunter direkt in die Altstadt. Dort am historischen Stadttor lasse ich mich im Schatten nieder. Es ist heiß, ich muss durchatmen und eine Kleinigkeit essen. Ich Strecke die Beine aus und beobachte die vielen Touristen.

Nicht zu laufen kann auch mal ganz nett sein. Wobei man heute auch nicht wirklich von laufen sprechen kann. Heute gehe ich wandern. Aber das ist OK für mich. Das Gelände ist zum größten Teil echt heftig. Nach der Pause geht es erst mal über Asphalt weiter. Eine willkommene Abwechslung. Aber dafür geht es steil nach oben, wäre ja auch zu schön gewesen mal ein paar schnelle Kilometer zu machen. Trotzdem laufe ich jetzt. Die halbe Stunde Auszeit hat gut getan. Dann finde ich mich in einem Tierpark wieder. Ich fühle mich ganz gut nachdem ich einige Kilometer laufen konnte. Es ist ein großer Tierpark. Allerdings entdecke ich nur wenige Tiere aber davon habe ich in freier Natur schon genug gesehen. Nach ca 1,5 Kilometern komme ich am anderen Ende an. Eine Mauer. Ein großes Tor. Bitte lass es nicht abgeschlossen sein! Oh nein! Meine Befürchtung hat sich bewahrheitet. Ein riesen Schloss hindert mich am durchgehen. Zurück? Vergiss es! Ich kletter drüber. Rucksack aus, auf die Mauer schmeißen und klettern. Doch keine Chance, die Mauer ist zu hoch. Ich versuche es erneut. Wieder und wieder. Schließlich muss ich aufgeben. „Ich kotz im Strahl!“ ist das Originalzitat aus dem Film. Das trifft es ganz gut. Ich bin mehr als genervt von dieser Situation. Gerade als ich mich richtig zusammengerissen habe und die letzte Motivation aus den hintersten Ecken zusammen kratzen konnte, dieser Rückschlag. Es ist nicht nur der Tierpark den ich zurück muss, sondern auch die Straße die dort hin führt. Es sind zusätzliche 3 Kilometer, was mit schmerzenden Füßen und Beinen sehr weit sein kann. Für wirklich wirklich seltene Tiere, die ich sonst in meinem Leben nicht zu Gesicht bekommen hätte, hätte ich einen 3 Kilometer Spaziergang an einem anderen Tag durchaus in Kauf genommen. Aber um nach den heutigen Strapazen zwei Wildschweinen beim Schlafen zuzuschauen steht mir gerade nicht der Sinn. Und dann muss ich auch noch über eine stark befahrene Bundesstraße. Das ist echt nicht mein Tag. Ich beschimpfe die Autofahrer, die gefühlte Zentimeter an mir vorbei rauschen. Die Landschaft rauscht alles andere als an mir vorbei. Ich schleiche dahin. Bei Kilometer 50 lasse ich mich nach 11,5 Stunden auf einer Bank an einem kleinen See nieder.

Ich kämpfe mit den Tränen. Es ist der Moment an dem ich mir eingestehe, dass ich diese Etappe nicht wie geplant beenden kann. Ich fühle mich nicht mal in der Lage nach einem geeigneten Platz für mein Zelt zu suchen geschweige denn das Zelt aufzubauen. Ich beschließe mich zum nächsten Ort durchzuringen um eine Pension oder eine andere Schlafmöglichkeit zu finden. Abgesehen davon brauche ich dringend Wasser. Ich traue mich seit einigen Kilometern nichts mehr zu trinken aus Angst keine Möglichkeit zu finden die Flaschen wieder aufzufüllen. Also aufraffen und mich zum nächsten Ort schleppen. Doch hier gibt es weder einen Supermarkt noch eine Tankstelle oder einen Kiosk. Aber da hinten! Eine Pension. Ich gehe zielstrebig darauf zu um dann, als ich davor stehe, festzustellen dass das mal eine Pension war. Ein völlig herunter gekommenes Haus. Mist! ich muss zum nächsten Ort. In Weilmünster gibt es Einkaufsmöglichkeiten. Natürlich verlaufe ich mich noch kurz. Dabei finde ich aber ein Restaurant. Das Schild „Geschlossene Gesellschaft“ schlägt mir wie eine Faust ins Gesicht.

Egal, ich muss sowieso in diese Kleinstadt. Schließlich brauche ich ja auch ein Bett. Das mit dem Zelten habe ich mir für heute endgültig abgeschminkt. Wenn es noch eine Chance geben sollte meinen Home2Home in diesen 3 Tagen zu schaffen, dann nur wenn ich die dritte Etappe ausgeschlafen angehen kann. Tatsächlich finde ich einen Getränkemarkt und ein anderer Kunde erklärt mir den Weg zu einem Hotel. Es ist das einzige hier und ich hoffe, dass sie ein Zimmer für mich haben. Auf dem Weg dorthin hält aus dem Nichts ein Auto neben mir. Eine nette junge Frau fragt ob sie mich ein Stück mitnehmen sollen? Ich weiß gar nicht wie mir geschieht. Ich sehe so fertig aus, meint sie. Wahrscheinlich hat sie Recht, trotzdem ein wahnsinnig netter Move einen wildfremden dermaßen verschwitzten Mann so etwas zu fragen. Und das obwohl ich gar keine Anzeichen gemacht habe, dass ich mitfahren möchte. Ich verneine. Sie fahren weiter und meine Gedanken springen hin und her. Sie reichen von: Du Idiot! Über: Ich bringe das alleine zu Ende! Bis zu: Das waren Offenbacher. Mein Geburtsort. Ich wusste es, man tut der Stadt unrecht. Sie ist nicht assi. Dort wohnen die nettesten Menschen der ganzen Welt! Wie auch immer. Ein paar Minuten später erreiche ich das Hotel und ich bekomme ein Zimmer. „Ihr Fahrrad können sie im Hinterhof abstellen.“ wird mir vom freundlichen Personal empfohlen.“ Als ich erzähle was ich hier tue ist das Erstaunen groß. Das macht dann für einen kurzen Augenblick schon ein bisschen stolz. Dann lasse ich mich erschöpft aufs Bett fallen.

Für mich ist die Reise hier beendet. Das war’s! Ich werde morgen zum Bahnhof gehen und dann auf dem schnellsten Weg nach Hause. Und jetzt erst Mal unter die Dusche. Was für ein Luxus! Die Spaghetti Bolognese gibt es heute kalt. Schmeckt nicht aber egal. Ich habe ein Bett. Ich telefoniere mit meiner Frau, mit Rafael und schreibe mit meinen Jungs. Nebenbei läuft der Eurovision Song Contest. Wie gerne würde ich weglaufen, wenn ich nur könnte. Nachdem ich 2 Stunden hier rumgelegen habe, komme ich dann doch zu dem Entschluss heute erst mal nichts zu entscheiden. Ich werde sehen, wie es mir morgen geht und dann entscheiden ob ich es versuche oder aufgebe. Es wird eine Nacht, wie ich sie noch nie erlebt habe. Eigentlich alles normal, bis ich plötzlich wach werde. Ich liege in einem klitschnassen Bett. Und ich meine klitschnass. Nein, mir ist kein Missgeschick passiert und ich hatte auch keine feuchten Träume. Das hätte für dieses Ausmaß auch im Leben nicht ausreichen können. Ich habe einfach nur geschwitzt. Und wie! Ich stehe auf, mache das Licht an und man kann meinen kompletten Körper auf der Matratze als Silhouette sehen. Ungelogen. Was jetzt? Zum Glück habe ich ein Doppelbett. Ich lege alles mit Handtüchern aus und hoffe dass das bis zum nächsten morgen getrocknet ist. Bin ja selten peinlich berührt aber das wäre durchaus ein Grund. Ich habe Glück. Um 8 Uhr stehe ich auf und der Schatten meiner selbst ist kaum mehr zu sehen. Ich bin völlig bei mir. Viel wichtiger noch, mir geht es verhältnismäßig gut.

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Home 2 Home – Etappe 1

No·ma̱·de, No·ma̱·din
Substantiv [der]
1. 1. 
jmd., der mit seinem Volk und seinen Viehherden von Weide zu Weide zieht, um dort Futter für die Tiere zu finden.“In manchen Teilen Afrikas gibt es noch zahlreiche Nomaden.“
2. 2. 
umgangssprachlich
 jmd., der viel umherzieht und reist.

So steht es im Wörterbuch. Ich bin davon überzeugt, dass der Mensch in seinen Grundzügen ein Nomade ist. Auch wenn wir es heute nicht mehr praktizieren, kommt in uns doch immer wieder der Wunsch auf aufzubrechen.
Habe ich mir den Einstieg gerade ausgedacht oder schon mal irgendwo gelesen? Kommt mir jedenfalls bekannt vor. Falls ja, hat sich das wohl in mir festgesetzt. Dann sollte das der Autor als Kompliment auffassen.

Ich wurde oft vor, während und nach meinem Vorhaben gefragt warum ich das mache. Wem ich denn was beweisen müsse. Aber darum geht es nicht. Ich habe einfach den Drang es auszuprobieren. Die Neugier spielt dabei eine große Rolle. Wie ist es 3 Tage auf sich alleine gestellt zu sein und dabei an seine körperlichen Grenzen zu kommen. Ich habe es auch als Weg gesehen, der mich meiner Wurzeln bewusster macht. Bleibt einem doch viel Zeit die Gedanken schweifen zu lassen. Wellness für die Seele. Pure Freiheit mit allem was ich brauche in meinem Rucksack. Rasten wo und wann es mir gefällt. Die Landschaft und die Umgebung zwischen meiner jetzigen und meiner alten Heimat bewusst wahrnehmen. Das geht nicht besser als sich das zu erlaufen. Und es ist verdammt schön dieses Deutschland. Die Frage ist also eher, warum sollte ich es nicht tun? Wegen der schmerzenden Beine, wegen der Blasen an den Füßen, dem Regen, dem harten Zeltboden? Nein, das sind alles keine würdigen Gründe sich nicht auf ein solches Abenteuer einzulassen. „Man entwickelt sich nur weiter, wenn man hin und wieder seine Komfortzone verlässt.“ Habe ich letztens jemanden sagen hören. Das habe ich getan und jetzt sitze ich hier wie ein alter Mann an der Straße vor meinem Haus und denke an das zurück was ich erleben durfte. Ich bin mir sicher, dass ich meinen Home2Home Lauf auch nicht vergessen haben werde, wenn ich wirklich alt und grau in meinem Schaukelstuhl sitze und an mein Leben zurück denke. Ja, ich hätte dann tatsächlich gerne einen Schaukelstuhl. Vielleicht weil ich die Bewegung liebe 😉 Es sind jedenfalls diese besonderen Erlebnisse an die wir uns immer und immer wieder erinnern und die uns Kraft im Alltag geben. Das steht ohne Frage fest.

Nachdem ich diesen Etappen-Lauf von Hennef nach Alzenau bereits 2 Mal verschieben musste war es also am 11.Mai 2018 soweit. Es ist ein Jahr geprägt von Schicksalsschlägen in der Familie. Meiner Mam geht es nicht gut. Ihre Krankheit hat sich dramatisch verschlechtert. Mein Papa opfert sich auf und ist dadurch auch sehr mitgenommen und in der Familie meiner Frau gibt es in kürzester Zeit zwei Todesfälle. Zudem kämpft meine Frau mit einem heftigen Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule. Wir müssen viel Durchmachen und das kostet Kraft. Doch wir halten zusammen. Meine Schwestern und ich rücken näher zusammen. Auch habe ich mich meinen Eltern nie näher gefühlt. Ein Grund mehr den Home2Home Lauf endlich durchzuziehen. Ich widme ihn, ohne das groß zu kommunizieren meinen Eltern. Sie haben unglaublich viel für uns getan. Sind immer für uns da. Es ist schön euch zu haben!

Räumlich liegen 204 km zwischen uns und nach 5 km habe ich bereits nasse Füße. Es geht unglaublich steil durch hohes feuchtes Gras bergauf. Ich werde allerdings durch einen atemberaubenden Blick auf Burg Blankenburg entlohnt. Warum war ich nie auf dieser Seite, wo ich doch schon seit 4 Jahren hier in der Gegend rumlaufe? Wäre ich nicht mit meiner Frau verheiratet würde ich ihr hier auf dieser Bank einen Antrag machen. Weiter geht es auf schönen Singletrails. So habe ich mir das vorgestellt. Leider ist der Rucksack 2kg schwerer als im Training. Er wiegt 10,2kg und das macht sich durchaus auch schon am Anfang bemerkbar. Anstiege fallen schwer. Ich beschließe ab sofort bergan zu gehen um Energie zu sparen. Ein weiser Entschluss, denn die Energie wird mir im Laufe des Vorhabens noch des Öfteren ausgehen. Etwa bei Kilometer 24 lege ich dann mein erstes kleines Päuschen ein.

Blos nicht überpacen. Ich habe doch den ganzen Tag Zeit. Ich telefoniere kurz mit meiner Frau, die sich heute mit dem Auto auf den Weg nach Alzenau macht. Wäre schön, wenn ich Sonntag wieder mit ihr und den Kindern zurück fahren könnte. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Nach ein paar Nüssen und einem Energie-Gel geht es weiter. Viel Natur, wenig Zivilisation. Ich begegne dann aber doch 3 Menschen, die mich neugierig fragen, was ich denn vor hätte. Sie sind beeindruckt und reden mir Mut zu. Aber noch bin ich echt fit, die Laune ist prächtig. Ich befinde mich in einem Runnershigh. Es duftet nach Frühlingsblüten, die Beine laufen wie ein Uhrwerk, ich singe Stadionlieder. Warum auch immer? Schalalala Schalalalalalalalaaaaaa! Dabei ist das Pokalfinale doch erst in einer Woche?! Das mit der guten Laune ändert sich dann aber vorerst, nachdem ich mich immer wieder durch dichtes Dickicht schlagen muss. Anfangs finde ich das noch amüsant und abenteuerlich. Später nervt es mich, weil ich nur langsam voran komme und mir allmählich das Wasser ausgeht. Das wird im Laufe des Home2Home immer wieder zum Problem. Nicht die Distanz ist die größte Herausforderung, sondern die Suche nach Wasser, die Bodenbeschaffenheit und die Höhenmeter, die im Plan mit gut 3.000 angegeben waren. Am Ende waren es aber knapp 8.000 Meter. Ein kleiner aber feiner Unterschied, der sich mit 10kg Gepäck echt bemerkbar macht. Ob diese Faktoren mich scheitern lassen steht zu einem späteren Zeitpunkt auf Messers Schneide. Davon ist jetzt noch nichts zu spüren. Ich komme gegen Mittag nach 33 km in Altenkirchen an. Hier schlurfe ich in einen REWE und werde von den Kunden beäugt. Ich kann ihre Fragen von den Gesichtern ablesen. „Was macht der Typ mit so einem Riesen Rucksack, Isomatte und Trinkflaschen in unserem Supermarkt?“ Unbeeindruckt lege ich ein Snickers, eine Brezel, eine Cola und eine große Flasche Wasser aufs Kassenband. Das Wetter ist ein Traum. Gut 20 Grad und purer Sonnenschein. Das muss man nutzen. Ich setze mich also raus in die Sonne, genieße mein Essen und die kalte Cola.

Dann fülle ich noch meine Flaschen auf. Eine Stunde später bin ich wieder unterwegs. Erst mal langsam machen. Der Bauch drückt ein wenig. Ich genieße die Freiheit. Die Laufbewegung wirkt sich langsam meditativ auf mich aus. Der Kopf ist bereits abgeschaltet. Der Zustand lässt sich am besten mit dem Begriff „Stille“ beschreiben. Keine Musik im Ohr, keine lauten Gedanken, nicht mal leise Automotoren. Alles ausgeblendet, der Körper bewegt sich einfach nur noch vorwärts, fast mechanisch. Das ist das Beste was einem bei einem Ultramarathon passieren kann. Doch leider endet dieser Zustand bei ca 48 Kilometern. Der Mann mit dem Hammer hat ausgeholt und zugeschlagen. Was soll das? War doch gerade noch so schön.

Egal, dann marschiere ich halt jetzt durch diese traumhafte Gegend bis ich wieder Kraft geschöpft habe. Ein paar Kilometer und ein kurzes Päuschen später geht’s auch wieder, zumindest kurz. Dann das nächste Dickicht, durch das ich mich schlagen muss. Der Weg hat einfach geendet. Ich bin zum ersten Mal so richtig genervt. Dachte eigentlich ich kann es mir auf dem Campingplatz noch ohne Zeitdruck so richtig gemütlich machen, aber ich ahne schon jetzt, dass daraus nichts wird. Hoffentlich komme ich überhaupt dort an bevor es dunkel ist. Dieses Gestrüpp immer wieder kostet einfach unglaublich viel Zeit. Aaaaargh!!!

Dafür stehe ich nach dem Kampf durch altes Gehölz direkt am Wasser. Ein kleiner See. Sofort ist wieder Energie da. „Ich bin der König der Welt!“ Noch nie hat mich dieser Ausruf in völliger Einsamkeit so beflügelt. Für einen ganz kurzen Augenblick glaube ich es tatsächlich. Ich bin der Mac, der Herrscher über die Wälder. Das ist mein See, mein Westerwald, mein… ach hör auf zu träumen! Meine Beine sind am Arsch! Trotzdem tragen sie mich die nächsten Kilometer echt schnell zum nächsten See. Denn dort ist eine kurze Rast geplant. Hier hole ich mir eine eiskalte Cola. Also so eine aus der Werbung mit kleinen Tröpfchen am Glasrand, wovon sich ein größerer Tropfen löst und langsam geschmeidig hinunter gleitet. Steeldrums spielen eine Reggae Version von „Things go better with Coca-Cola“ natürlich nur in meinem Kopf. Sowieso spielt sich viel mehr im Hirn ab als man denkt und vor allem als man bewusst merkt. Die Beine können eigentlich viel schneller und weiter, werden aber immer wieder vom Kopf zurück gehalten. Meine das nächste Mal bei Kilometer 62, nach knapp 2000 Höhenmetern.

Es ist bereits 18 Uhr und ich bin einfach nur platt. Den Rest der heutigen Strecke lege ich zu einem großen Teil gehend zurück. Wobei ich 5 Kilometer auch noch einmal richtig Gas geben muss um dem Ladenschluss von Lidl zuvor zu kommen. Ich brauche dringend Wasser für die Nacht. Als ich den Discounter erreiche stelle ich fest, dass er doch eine ganze Stunde länger geöffnet hat als gedacht.

Nach einem Augenblick des Ärgerns gibt die Situation mir aber Mut. Wenn Druck da ist kann ich mehr aus mir rausholen als ich eigentlich denke. Das sollte mir Hoffnung für mein weiteres Vorhaben geben. Jetzt also auf die Zielgerade der ersten Etappe, vollbepackt wie ein Esel liegen noch Rund 5 km vor mir. Ein Anwohner von Westerburg legt mir noch eine Abkürzung zum Campingplatz ans Herz. Er ist dafür extra aus seinem Garten gestürmt und hat sich einige Minuten Zeit gelassen mir alles in Ruhe zu erklären. Ich hatte nicht mal gefragt, er hat mir einfach angesehen, dass ich Hilfe gebrauchen kann. Es gibt doch noch Menschlichkeit in unserer Welt. Es sind unter anderem diese kleinen Momente die solche Strapazen lohnenswert machen. Es ändert sich der Blickwinkel wenn man körperlich oder mental am Ende ist. Kleinigkeiten lösen ein verhältnismäßig großes Glücksgefühl aus. Das merke ich immer wieder seit dem ich laufe. Zurück zu dem hilfsbereiten Mann mittleren Alters. Er vergewissert sich ob es mir gut geht und wünscht mir weiterhin eine gute Reise. Ich befolge seinen Rat zur Laufroute und das ist auch gut so, sonst wären weitere unnötige Höhenmeter hinzu gekommen. Nicht dass man das jetzt falsch versteht. Ich laufe gerne. Auch gerne mal hoch und runter. Aber doch nicht mehr jetzt. Vor allem wenn ich an die folgenden beiden Tage denke. Und überhaupt, warum habe ich schon deutlich über 2000 Höhenmeter auf der Uhr? Dann muss es ja ab morgen echt flach werden. Dass das ganz und gar nicht so ist werde ich noch am eigenen Leib erfahren. Im Waldstück vor dem Wiesensee überkommen mich dann die Gefühle. 77 Kilometer liegen hinter mir und ein paar hundert Meter vor mir der Campingplatz. Bitte lass ihn noch geöffnet haben, denke ich mir. Ich habe Glück. Kurz nach 9 schlurfe ich in die Camp Kneipe.

Da ruft eine Frau: „Da ist er ja! Da ist er!“ Ein Mann kommt auf mich zu und ich bin etwas verwundert, warum man mich hier erwartet. Doch es scheint ein Missverständnis zu sein. „Ich bin zu Fuß hier.“ antworte ich auf die Frage, wo denn mein Wohnmobil stehe? „Ach dann bist du gar nicht der Heinz?“ „Nein, aber darf ich hier trotzdem mit einem kleinen Zelt übernachten?“ „Klar.“ „Seht ihr das ist noch ein echter Mann!“ ruft er den anderen Kneipenbesuchern zu. Freundlich werde ich einem Platz zugewiesen und ich bekomme sogar ein Stromkabel direkt in mein Zelt gelegt. Außerdem sind sie so freundlich und kochen mir heißes Wasser für mein „Maccaroni and Cheese“ Pulver. Lecker!

Danach nehme ich noch eine Dusche und verarzte meine 8 Blasen an den Füßen. Dann ist Zeit zu schlafen, es ist bereits nach 23 Uhr. Es wird kühl in der Nacht. Immer wieder wache ich auf. Ich spüre meine Knochen. Das kenne ich aber bereits aus Namibia. Gehört dazu und soll mich nicht beunruhigen.

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nobs podbuch – episode 7

Download: nobs – podbuch – episode 7

Shownotes:

Film – This is something different

Film- nobs in der Wüste

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Neue Kollektion

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nobs podbuch – episode 6

Download: nobs – podbuch – episode 6

Shownotes:

Film – This is something different

Film- Home 2 Home

Extreme Races Organization

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nobs news

Ich hab’s doch getan! Nix mit halbem Jahr Laufpause. Ich werde am 14. Juli beim Maintal Ultratrail (MTUT – 64,5 km, 1700 HM) an der Startlinie stehen. Die Deutsche Meisterschaft im Ultratrail 2018 wird dort ausgetragen und ich bin dabei. Vorfreude! So, jetzt müssen sich meine Füße aber schnell vom Home 2 Home erholen, dass ich noch ein bisschen trainieren kann. Habe heute gefühlt 200 Gramm Haut abgezogen Sieht schon wieder ganz gut aus.

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neuer testschuh – topo – mt-2

Der MT-2 von der Marke „topo athletic“. Ein leichter Trailschuh. Ich habe ihn ausgepackt und bin direkt auf die Piste. Der erste 21km Run ist schon absolviert. Den Tipp zu dem Hersteller habe ich von Rafael bekommen. Sie sollen den Zehen viel Platz bieten. Nach dem ersten Lauf kann ich das bestätigen und auch sonst recht viel versprechend. Mehr dazu aber dann demnächst beim längst überfälligen neuen Tiggedi Test!

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Home 2 Home – Der Film

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Home 2 Home – Streckenplanung

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Home 2 Home – Training 25

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Home 2 Home – Training 24

Ach wie schön ist Heidelberg!

 

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