Homerun: Köln – Hennef

Diese Woche habe ich leider kein Auto. Ze! Macht nix, dann eben zu Fuß. Ich fahre also eine Station mit dem Zug zum Kölner Flughafen. Von dort aus werde ich schon irgendwie zu Fuß nach Hause kommen. Ich schaue mir am Abend vorher die Strecke, die ich laufen muss, auf einer Karte an. Aber reicht das? 24km sollen es sein. Das klingt gut.  Ach was solls, ich werds schon irgendwie schaffen!

Also Laufklamotten mit auf die Arbeit, nach einem Schnitt über den Boston Marathon (wie passend), gehts dann ab zum Bahnhof. Natürlich den Zug verpasst. Whatever! Ich nehme den nächsten. Aber bisschen kühl ist es schon. Ich komme in fölliger Dunkelheit am Flughafen Köln/Bonn an. Zum Glück habe ich meine Stirnlampe dabei. Mitdenken hilft halt manchmal. Jetzt in Richtung Bahngleise laufen. Doch Mist, die sind an dieser Stelle unterirdisch. Ich schaffe es trotzdem die richtige Richtung einzuschlagen. Bis zu einem Zaun. OK, wir sind am Flughafen. Damit hätte ich rechnen müssen. Also wieder zurück. Das kostet mich aber weniger als einen Kilometer Umweg. Also alles noch im grünen Bereich.

Ich laufe und laufe und bin auf einem guten Weg. Die Richtung stimmt. Doch dann geht es durch einen Wald.

Hier wird es auch mit Stirnlampe echt anstrengend. Die Konzentration muss hochgehalten werden, um nicht umzuknicken. Die Gedanken kreisen die ganze Zeit darum, ob ich noch richtig bin. Dann kommt ein Schild. Troisdorf und Siegburg diese Richtung. Perfekt. Da muss ich lang. Beruhigt geht es also weiter. Dann komm ich auch endlich in Troisdorf an. Es fängt an zu regnen. Na toll! Aber was solls. So merkt man wenigstens, dass man lebt. Ich kehre kurz in einen Supermarkt ein um mir eine kleine Flasche Wasser und einen Schokoriegel zu kaufen. Das soll mir nochmal Motivation und Energie geben. An der Kasse werde ich etwas ungläubig angeschaut. Ich denke mir, haben die hier noch nie einen Läufer gesehen? Als ich wieder draußen bin, weiß ich warum ich solche Blicke geerntet habe. Mein Kopflich war im Blink Modus. Dachte ich hätte es vorher ausgeschaltet. OK, das wirkt in einem Laden vielleicht wirklich ein bisschen komisch.

Brrrrrr! Jetzt wirds aber echt ungemütlich.

Der Regen wird stärker und es ist auch wirklich kalt. Also etwas schneller Laufen. Jetzt gehts eine Weile an der Straße entlang. In Siegburg bin ich kurz gestrandet.

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Und nein, ich bin nicht mit dem Schiff weiter gefahren. Auch habe ich es mir nicht auf den Rücken geschnallt. Obwohl das vielleicht keine schlechte Idee gewesen wäre. Als ich nämlich etwas weiter links abgebogen bin, um an der Sieg entlang Richtung Hennef zu laufen, stand ich kurz vor einem Schild. „Hochwasser“

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Wird schon nicht so schlimm sein! Dann gehe ich eben um die Pfützen rum, denke ich. Pustekuchen! Ich komme nach einigen Hundert Metern an eine Stelle, in dem von einem Weg nichts mehr zu sehen ist.

Hätte ich jetzt blos das Schiff!

Also wieder umkehren. Mittlerweile dürfte ich durch Umwege ca. 2,5 km draufrechnen. Nur kommt jetzt das nächste Problem. Den Ausweichweg kenne ich nicht. Und das ist bei mir wirklich ein gefährlich. Besonders, wenn ich es mir vorher nicht auf einer Karte angeschaut habe. Ich meistere es trotzdem recht gut. Bin ziemlich stolz auf mich. Am Ende komme ich mit ca 5 km Umweg ziemlich erschöpft zu Hause an. 29 km in einer 5:40er Pace. Wenig getrunken, keine Power Gels etc… nach einem anstrengenden Arbeitstag. Also ab auf die Couch, lecker essen und dann ab in die Heia! Hat Spaß gemacht und ich werde es definitiv wiederholen.

Und hier zum nacherleben:

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2 thoughts on “Homerun: Köln – Hennef

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