Sahara Race Namibia 2017 – Teil 5

Irgendwie muss ich jetzt schnell regenerieren. Das geht am besten in dem man sich ausruht und entsprechende Nahrung und Refresher Drinks zu sich nimmt. Aber mein Magen steht so unter Spannung dass mir das nicht leicht fällt. Aber ich zwinge mich dazu. Klappt auch. Füße hochlegen und entspannen. OK die Muskelkrämpfe im Rücken stören diesen Vorgang etwas aber das vergeht.

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Nachdem ich also 1 – 2 Stündchen rumgegammelt habe führt mein Weg ins Cybertent. Vielleicht habe ich ja wieder motivierende Mails bekommen, die meine Psyche wieder etwas erhellen.

Und tatsächlich:

Andrea: „Hallo Steffen! Wieder eine Etappe geschafft und du schlägst dich so super! Wir fiebern jeden Tag mit und sind in Gedanken bei dir. Für die bevorstehende Etappe wünschen wir dir viel Kraft&Durchhaltevermögen. Mach weiter so!!! Ganz liebe Grüße aus der Heimat, Andrea mit Chris, Jana, Felix und David“

Thomas: „Sieht ja nach dem guten Start aus. Weiter so. Lieben Gruß Tom“

Michael: „Hallo Steffen, heute ist Champions League im Wirtshaus…..kommst du? Top Leistung! Die Bilder sehen auch total genial aus, da man nur lachende Gesichter sieht. Gruß aus Hennef an die zwei Hennefer!“

Raffaele: „Great Nupert, you’re fighting very well. Go go“

Yvonne: „Verrückt – aber super gratuliere und halte durch. Liebe Grüsse Yvonne und Rosmarie“

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Nachdem wir wieder mal einen gemütlich romantischen Abend mit Tütenfutter im Kreise unseres Little Desert Runners Clubs verbringen, beschließe ich heute nackt zu schlafen. Und das hat nichts mit dem Namen des Camps zu tun. „Entering the Red Namib Desert“. Meine Mitbewohner finden es dennoch eher so solala. Aber ich habe ja noch einen Schlafsack. Die sollen sich mal nicht so anstellen. Ich tue das aus der Hoffnung heraus so besser schlafen zu können als in der verschwitzten Hose. Aber es ändert sich nichts außer dass ich bei meinem nächtlichen Toilettengang vorher meine Hose suchen muss. Zu den Rücken und Hüftschmerzen in der Nacht kommen jetzt auch noch brennende Füße und dann fängt tatsächlich auch noch jemand an in unserem Zelt zu schnarchen. Warum auf einmal? Egal. Schlaf wird überbewertet. Oh Gott, das hört sich alles so schrecklich an. Ist es auch. Aber vor Ort fällt einem das gar nicht so auf. Weil man sich hier viel mehr über Kleinigkeiten freut und große Probleme viel kleiner werden.

Als ich am Morgen das Zelt verlassen will gelingt mir das nur auf eine sehr spezielle Art und Weise, die ich hier nicht weiter ausführen will. Ich laufe wie auf Eiern. Füße kann man das auch kaum noch nennen. Das Gute ist, ich weiß mittlerweile dass man sich während des Laufens daran gewöhnen kann. Gestern habe ich genug gejammert heute wird der Blick nach vorne gerichtet.

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Nie in meinem Leben bin ich mehr als 50 km gelaufen. Heute stehen 81 in unserem Kursplan. Auf die paar Kilometer kommts ja wohl nicht an. Ich versuche mir selbst Mut zu machen, das gelingt bedingt.

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Mein Müsli und vor allem mein Starter Getränk schmecken mir nicht mehr wirklich aber ich kann es einigermaßen gut essen bzw. trinken.

Man spürt die besondere Anspannung an diesem Tag. Viele besorgte Gesichter humpeln auf rampunierten Beinen durchs Zeltlager. Dann ertönt Johnny Cash aus der Musikanlage.

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Karin und Rene machen ein kleines Tänzchen. Es ist ein wunderbarer Moment. Und das nur wenige Minuten vor dem Start der langen Etappe.

Dann greift Samantha das Megaphone und bittet die Läufer zur Startlinie.

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Vor diesem Moment habe ich mich im Vorfeld am meisten gefürchtet und jetzt ist es soweit.

Start zum „The Long March through the Worlds Oldest Desert“

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