Halbmarathon – Frankfurt

Mission 2 von „Persönliche Bestzeiten 2018“ steht an.

Es ist der 11.März und ich habe eher durchschnittlich geschlafen. Mit leichter Erkältung bin ich am Abend ins Bett gegangen. Aufgewacht bin ich ziemlich erkältungsfrei. Gott sei Dank! Denn die 1:30, die ich knacken will, sind ohnehin eine riesen Heraus- forderung für mich. Nachdem ich aber die Woche vorher meinen Sub40 10 km Lauf geschafft habe bin ich positiv gestimmt, dass ich auch das heute schaffen kann. Das Wetter scheint auch mit zu spielen. Gut 11 Grad und Sonnenschein. Das ist ein Traum nachdem es ein paar Tage vorher noch -10 Grad hatte. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass ich den Winter nicht bräuchte?!

Zurück zum Rennen. Start ist um 10 Uhr am Waldstadion (Commerzbank Arena) in Frankfurt. Das kann ja nur gut gehen. Läuft ja auch grad bei meiner Eintracht in Sachen Fußball. Ich kann also in Ruhe frühstücken und mich sogar noch von meinen Mädels verabschieden. Eine halbe Stunde später stehe ich einige hundert Meter vor dem Parkplatz im Stau. Es ist aber noch genug Zeit. Startnummer habe ich schon zugeschickt bekommen. Also alles gut. Ich bin mit einem Kumpel verabredet. Mit Motsch bin ich auch in Köln meine bisherige Marathon Bestzeit gelaufen. Also noch ein gutes Vorzeichen. Was soll da jetzt noch schief gehen? Wir machen uns an meinem Auto fertig und gehen zum Start. Vorher nochmal entleeren und dann kanns losgehen.

Startschuss, Stau auf der Strecke und erste Zweifel

Auf dem ersten Kilometer verliere ich 10 Sekunden (Pace 4:24 statt geplanten 4:14). Ich habe also 2 Kilometer den Druck diese Zeit wieder einzuholen. Aber alles noch OK. War einkalkuliert. Dann läuft alles nach Plan. Bis Kilometer 18 habe ich auch den Mann mit dem Luftballon 1.29 im Blick. Solange ich den in Reichweite habe schaffe ich es auch unter 1:30.

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Aber ab jetzt wird es hart. Anfeuerungsrufe von Mara, eine Laufkollegin von den longunsisters aus Hennef, muntern mich auf. Ich spüre wie ich kämpfen muss um die Pace einigermaßen zu halten. Jetzt macht es sich bezahlt, dass ich vorher die Durchschnittspace immer 1 Sekunde unter den geforderten 4:14 gehalten habe, denn dieses Polster brauche ich für die letzen 3 Kilometer. Dann geht es um das Stadion und ich denke mit jedem Schritt: „Wo ist der beschissene Eingang?!“ Und ich hoffe nur, dass wir im Stadion nicht noch eine Runde laufen müssen, denn dann werde ich mein Ziel mit Sicherheit nicht schaffen. Neben mir läuft jemand der offensichtlich auch am Kämpfen ist. Ich blicke zu ihm rüber und rufe ihm zu: „Wir schaffen die scheiß 1:30!“ (Sorry für die vulgäre Ausdrucksweise, aber so ist das halt manchmal in gewissen Situationen) Er: „Das wird verdammt knapp!“ Kurz darauf kann ich ihm nicht mehr folgen. Dann die Zielgerade. Mein Blick starr auf der Uhr. Die Sekunden verrinnen. Ich sehe nur 1:29 Die Sekundenanzeige ist halb defekt, so dass ich nicht erkennen kann, wann die Uhr auf die 30 springen würde. Dann passiert es 1:30 irgendwas und es sind noch mehr als 50 Meter. So ein Mist, das wird nicht reichen, denke ich mir. Trotzdem mobilisiere ich alle Kräfte und lege auf den letzten 20 Metern doch noch mal kurz zu. Fühlt sich zumindest so an. Es muss 1:30:15 sein als ich die Ziellinie überquere. Freuen kann ich mich nicht. Aus zwei Gründen. Ich weiß nicht ob es gerreicht hat. Eher nicht, denke ich. Und fast noch schlimmer. Ich muss wie verrückt und kann so mein geliebtes Waldstadion gar nicht genießen. Direkt raus und an den nächsten Baum. Aber was hätte ich auch machen sollen? Während des Rennens? Ich hätte mich so ja schon vorzeitig um den ganzen Lohn gebracht. Keine Option! So, und jetzt:

Bangen, anlehnen und isotonische Getränke aufnehmen.

Apropo isotonische Getränke. Medaille gibt’s keine. Dafür aber einen Sixpack alkoholfreies Pils und Luftballons für die Kinder. Nachdem ich dann durch die schöne Stadt am Main gefahren bin, mich an der tollen Skyline erfreut habe und an der Parkbank vorbei gekommen bin, auf der ich meiner Frau vor 10 Jahren den Heiratsantrag gemacht habe, begrüßen mich meine Schwiegereltern und meine Mädels mit einem trockenen: „Und?“ Das wüsste ich auch gerne. Ich muss leider erst den Rechner hochfahren und auf die offiziellen Ergebnisse schauen. Mir springt ein 1:29:52 entgegen. „Jaaaaaa!!!“ Ich habe es also geschafft. Um 8 Sekunden. Auf 21.098 Metern 8 Sekunden unter der magischen 1:30. Das ist knapp. Die Freude groß! War aber natürlich von mir eiskalt kalkuliert 😉 Nicht! Wie auch immer, geschafft ist geschafft. Und das bin ich auch. Aber wie.

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Und so geht ein weiterer schöner Wettkampf zu Ende. Toll organisiert. Über 6.000 Starter auf einer schönen Runde durch FFM. Herrlich!

Urkunde_HalbmarathonFrankfurt

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2 thoughts on “Halbmarathon – Frankfurt
  1. Glückwunsch zur Bestzeit! Das nenne ich mal eine Punktlandung. 😉👍
    Das mit dem Ziel ging mir damals auch so. Man denkt, man hat es gleich geschafft, muss aber nochmal ums Stadion.

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